Thomas Bartel

Mittelalterliche-Kellerszene-wird-aufgebaut

Mittelalterliche-Kellerszene-wird-aufgebaut


Archaeologisches-Fachgespraech

Archaeologisches-Fachgespraech


Die-Rohfassung

Die-Rohfassung


Die-zu-bearbeitenden-Platten-des-Schichtenturms

Die-zu-bearbeitenden-Platten-des-Schichtenturms


Die-Unterbaukonstruktion-des-Schichtenturmes

Die-Unterbaukonstruktion-des-Schichtenturmes


Hausmodell-des-Schichtenturmes

Hausmodell-des-Schichtenturmes


Bei-der-Arbeit-an-den-Erdschichten

Bei-der-Arbeit-an-den-Erdschichten


Im-Atelier

Im-Atelier


Janina-Bartel-beim-bearbeiten-von-Ziegelsteinen

Janina-Bartel-beim-bearbeiten-von-Ziegelsteinen


Ausarbeiten-der-Kellertreppe

Ausarbeiten-der-Kellertreppe


Janina-Bartel-beim-positionieren-der-Findlinge

Janina-Bartel-beim-positionieren-der-Findlinge


Mittelalterlicher-Keller-in-der-Uebersicht

Mittelalterlicher-Keller-in-der-Uebersicht


Modelieren-der-Grabbeigabe

Modelieren-der-Grabbeigabe


Muenzschatz

Muenzschatz


Nachbildung-von-Pflaster-und-Fussweg

Nachbildung-von-Pflaster-und-Fussweg


Torso

Torso


Farbliches-Fassen-des-Skelettes

Farbliches-Fassen-des-Skelettes


Schaedel

Schaedel


Schaedel-mit-Farbfassung

Schaedel-mit-Farbfassung


Slawengrab-wird-eingebettet

Slawengrab-wird-eingebettet


Slawengrab

Slawengrab


Slawengrab-nach-Fertigstellung

Slawengrab-nach-Fertigstellung


Urne-wird-herausgearbeitet

Urne-wird-herausgearbeitet


Urnengrab

Urnengrab


Teilerfolg-am-Schichtenturm

Teilerfolg-am-Schichtenturm


Stratigraphisches Großdiorama

Stratigraphisches Großdiorama

…so der Fachbegriff für den Schichtenturm. Das Stratorama, ein sechs Meter hohes Diorama mit einem 33 Quadratmeter großen Grabungsschnitt, dem eine nachgebildete Häuserkullisse aufsitzt, führt den Betrachter von der Gegenwart in Form der Häuserkulissen hinab über die verschiedenen Epochen bis in die letzte Eiszeit. In der Darstellung der Schichten ähnelt es grob dem Aufbau eines Lackprofils.

Die Entstehung: Nachdem der Statiker die Auflage erteilt hatte, höchstens eine Schicht von einem ½ cm Stärke Originalmaterial aufzubringen, bedeutete das für uns, alles nachzubilden – entweder aus Styropor oder aus Styrodur, das mit einer mineralischen Schicht belegt und/oder koloriert wurde. Eine Menge mehr Arbeit, als vorgesehen, die uns viele Arbeitsstunden kostete.
Besonders die Kellernische, der erste Schritt zum großen Ganzen, erforderte viel Handarbeit.
Styrodurplatten mussten gebrochen, geschliffen, grundiert, angepasst, aufgeklebt und vermörtelt werden, dann bekamen sie durch Dipersionsfarbe den „letzten Schliff“, Fotos von Kellermauern dienten als Orientierung. Das Grundieren, Aufkleben und Vermörteln erforderte jeweils mindestens einen Tag für sich, da immer die Trocknung berücksichtigt werden musste. Das „Finishing“ – erst mit Farbe realistisch machen, dann mit Farbe gezielt verdrecken – konnte erst vorgenommen werden, wenn eine Wand fertig war. So entstanden nach und nach 2 Wände, eine Treppe und ein Fußboden. Bei der Treppe war ebenso an die jahrelange Abnutzung der Lauffläche und das altersbedingte Ausbrechen des Fugenmörtels zu denken, wie an die durch einen Bagger frisch gebrochenen Mauerflächen, deren Rot heller sein musste, als die Grundfarbe. Auch kleine Details, wie der Abdruck einer Tierpfote blieben nicht unbeachtet.
Der Fußboden hält eine Überraschung bereit, die uns vor eine besondere Herausforderung stellte. Unter ihm verbirgt sich ein mittelalterlicher Münzschatz, für den wir von dem Mittelalterkeramiker Ilja Frentzel eine Replik einer Siegburger Keramik erstanden. Aus dem Internet erstanden wir brandenburgische Münzkopien, die Thomas dann mit Stanniolfolie wiederum kopierte, um deren Anzahl zu erhöhen. Mit Ölfarbe zauberte er sie alt und durch die Jahre oxidiert. In einer eigens dafür geschaffenen Bodennische befindet sich der Krug mit den eingeklebten Münzen als Zeugnis eines mittelalterlichen „Sparstrumpfes“.
Nachdem der Keller fertig war, bauten wir das Großdiorama der besseren Handhabung wegen auf – nur eben „im Liegen“, was uns manchmal dazu veranlasste sprichwörtlich um die Ecke denken zu müssen.
Die unterste Platte war inhaltlich der Eiszeit zugedacht, also schnitzen wir wieder einmal Feldsteine, und auch diesmal sind wiederum echte Steinchen darunter. Eingebettet in das Feld-steinlager ist ein Schädelknochen eines Woll-haarnashorns. Er stammt aus Berlin und wurde beim U-Bahnbau in 11 Metern Tiefe gefunden. Daneben findet sich noch das Stück eines versteinerten Mammutzahns.
Dann folgte die aufgehende Mauer und der Anschluss an den vorhandenen Teil, der schon im Museum zu sehen ist. Dies gestaltete sich nicht einfach, denn nur Fotos zeigten uns die Färbung dieser Schichten. Im nach hinein wird dann noch koloriert werden müssen. Das aufwändigste dieses Abschnittes war die Nachahmung der Baugrube über der preußischen Deckenkappe. In der Deckenkonstruktion sollten sich Eisenbahnschwellen und Stahlträger befinden, außerdem musste schon in der Front zu sehen sein, dass der Keller irgendwann eingestürzt war.